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Sarajevo und Umgebung: Orte, die man sehen sollte

07.10.2026

Sarajevo liest man am besten zu Fuß, und dann öffnet es sich zu den Hügeln. An einem Tag kann man durch den steinernen Basar gehen, Kaffee vom Kupfertablett trinken und mit der Straßenbahn zur Quelle des Flusses fahren. Der nächste Tag gehört dem Berg. Der Trebević liegt über den Dächern. Bjelašnica und Jahorina brauchen mehr Zeit. Lukomir ist ein Dorf am Ende der Straße, kein Halt von einer halben Stunde. Dieser Führer bleibt bei Orten, die Menschen wirklich besuchen. Es gibt keine erfundenen Adressen und keine Reihenfolge, der man folgen muss.

Die Stadt liegt im Tal der Miljacka. Der alte Teil ist dicht. Der neuere steigt die Hänge hinauf. Es ist sinnvoll, zuerst unten zu bleiben, zwischen Läden und Höfen, und erst dann hinaufzugehen. Im Winter sind die Berge weiß und der Basar wirkt kürzer. Im Frühling und Herbst dauert der Gang länger. Im Sommer sucht man Ilidža und die Quellen wegen des Schattens. Nichts davon ersetzt eine Karte. Auf BiHMap stehen die Firmen von Sarajevo auf der Karte der Stadt, vom Café bis zur Apotheke.

Baščaršija in Sarajevo
Baščaršija, Sarajevo.

Baščaršija

Die Baščaršija ist das alte Handelsviertel, keine Kulisse. Kupferschmiede, Teppiche, Kaffee und Quittensüße stehen noch nebeneinander. Der Sebil ist die Mitte, von der die Gassen ausgehen, und der Kazandžiluk hält den Klang der Hämmer auf Kupfer. Die Gazi-Husrev-beg-Moschee, der Uhrturm und die Höfe darum geben dem Basar einen Takt, der mehr ist als eine Ladenzeile. Kommen Sie am Morgen, wenn Sie sehen wollen, wie die Stände öffnen, oder am späten Nachmittag, wenn der Stein abkühlt und die Kaffeehäuser voll werden.

Man muss nicht von einem Tor zum nächsten eilen. Eine Seitengasse sagt oft mehr als der Hauptweg. Wer einen Ort zum Essen oder zum Kaffee sucht, schaut in die Firmen im Verzeichnis, nicht nur auf den ersten Tisch am Platz. Der Basar ist klein, deshalb kommt man am nächsten Tag leicht zu dem zurück, was man zuerst ausgelassen hat.

Der alte Teil von Sarajevo, Moscheen und Markt
Der alte Teil von Sarajevo.

Vrelo Bosne

Vrelo Bosne liegt in Ilidža, am westlichen Ende des Sarajevoer Tals. Hier entspringt die Bosna, in einem Park aus Alleen, Enten und kleinen Holzbrücken. Der Weg ist eben und passt deshalb auch denen, die keinen Anstieg wollen. Pferdekutschen fahren noch die Hauptallee entlang. Es ist ein langsamerer Ausflug als der Basar und eine gute zweite Tageshälfte, besonders im Sommer, wenn es in der Stadt heiß ist.

Ilidža ist nicht nur der Park. Ringsum liegen Viertel, Hotels und Firmen, die für Gäste und für die Nachbarn arbeiten. Wer länger bleibt, kehrt zum Fluss hin zur Stadt zurück und nicht nur auf derselben Straße zur ersten Haltestelle. Das Wasser ist hier der Grund des Besuchs, kein Zusatz.

Trebević

Der Trebević steht über Sarajevo wie eine Wand. Die Seilbahn hebt den Fahrgast aus der Stadt auf den Grat, und der Blick kehrt ins Tal zurück, auf Dächer und Straßenlinien. Man muss kein Bergsteiger sein, um hinaufzukommen. Die Wege um die Bergstation reichen für eine Stunde Gang. An einem klaren Tag sieht man, wie schmal die Stadt wirklich ist, zwischen die Hänge gedrückt.

Im Winter ist der Wind oben schärfer als in der Baščaršija, deshalb ist eine Jacke nicht zu viel, auch wenn es unten mild ist. Im Sommer ist der Grat eine Flucht vor der Hitze. Wenn die Seilbahn nicht fährt, erfinden Sie keinen anderen Eingang. Fragen Sie vor Ort, denn der Fahrplan ändert sich.

Skakavac

Der Skakavac ist ein Wasserfall nördlich der Stadt, im Wald über Nahorevo und den Hängen darum. Der Pfad führt durch Buchen dorthin, wo das Wasser von einem hohen Felsen fällt. Das ist kein Gang über Pflaster. Die Schuhe müssen Schlamm halten, und die Luft im Wald ist kälter als auf dem Platz. Der Wasserfall ist ein Grund, den Basar wenigstens einmal zu verlassen.

Nach Regen ist der Pfad rutschig und der Bach lauter. In einem trockenen Sommer ist das Laub grün und dicht. Planen Sie Skakavac und Jahorina nicht am selben Tag. Der eine ist Wald im Norden. Die andere ist ein Skiberg im Osten.

Bjelašnica

Die Bjelašnica ist ein Olympiaberg von 1984. Im Winter wird Ski gefahren, im Sommer geht man zwischen Dörfern und Weiden. Der Wind auf der Hochfläche ist stark, auch wenn es in der Stadt still ist. Die Dörfer an den Hängen sind keine Kulisse für ein Foto. In ihnen wird noch gelebt, Heu gemacht und Vieh gehalten. Respekt vor einem Hof ist hier kein Spruch.

Ein Tag auf der Bjelašnica braucht einen frühen Aufbruch, wenn man Höhe und Rückkehr bei Tageslicht will. Nebel kann auf der Hochfläche liegen und den Weg verbergen, während Sarajevo unten in der Sonne liegt. Ein Plan für den Juni ist kein Plan für den Februar.

Jahorina

Die Jahorina liegt östlich von Sarajevo. Im Winter ist sie ein Skigebiet, im Sommer ein grüner Hang mit Blick zur Romanija. Die Wege sind geordneter als die Dorfpfade auf der Bjelašnica, deshalb ist der Ausflug einfacher, wenn das Ziel ein Gang und eine Mahlzeit ist und kein langer Anstieg. Auch hier ist das Wetter oben nicht das Wetter im Basar.

Wer einen Berg wählt, hat an der Jahorina den leichteren Einstieg und an der Bjelašnica die weitere Landschaft. Beide verdienen einen ganzen Tag. Wer einen von ihnen am selben Nachmittag mit der Baščaršija verbindet, lässt beide unfertig.

Lukomir

Lukomir ist ein Steindorf hoch auf der Bjelašnica, eines der höchstgelegenen bewohnten Dörfer des Landes. Die Häuser sind niedrig, die Dächer steil, und der Weg dorthin ist keine Stadtstraße. Im Winter ist es abgeschnitten. Im Sommer und im frühen Herbst kommt man langsam an, bleibt kurz und tritt nicht in einen fremden Hof. Das Dorf ist kein Freilichtmuseum.

Wenn dies der erste Ausflug aus Sarajevo ist, lassen Sie Lukomir für einen Tag, an dem Sie schon wissen, wie eine Bergstraße aussieht. Die Schönheit liegt in der Ruhe und im Stein, nicht in einer Menge. Auf dem Rückweg öffnet sich die Stadt wieder im Tal, und erst dann sieht man, wie klein der Basar gegen die Berge darüber ist.

Sarajevo ist an einem Wochenende nicht aufgebraucht. Basar, Quelle und ein Berg ergeben schon einen ehrlichen Tag. Die Firmen, Cafés und Dienste neben diesen Orten bleiben im Verzeichnis, auf der Karte, und nicht in diesem Text als Anzeige ohne Adresse.

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